Die Bodenschätze die den Bewohnern Ingerimm geschenkt hat, sind die
wahren Reichtümer der Zyklopeninseln. Diese Gaben sind die verschiedensten
Metalle wie Quecksilber, Blei, Silber, Zinn und
Eisen, welche in großen Teile unbearbeitet weiterverkauft werden.
In manch einer versteckten Mine baut man sogar Gold ab. Auf Pailos baut
man gar den schwarzen und den gar so seltenen roten Obsidian ab, mit
welchem sehr viel Geld umgesetzt wird. Auch das Zinnober, Umbra
und der Lehm gehören dazu, aus denen man glasierte Klinker und verschiedenstes
Steingut brennt. Auch kann man auf manch einer Insel die Rohkristalle abbauen,
die dann wiederum zu wertvolen Edelsteinen verarbeitet werden, wie z.B. Rubine.
Über den Inseln hat auch Peraine ihren Segen ausgesprochen. Neben den verschiedenen
Gewürzen, den zahlreichen Obstsorten und Getreide,
hat es hier auch andere Nutzpflanzen. Aus diesen namentlichen Pflanzen
wie Hanf, Lein und Flachs, werden später Seile,
Öl und Tuche entstehen. Ebenfalls ertragreich ist das Holz
der Zyklopenzeder, welches ab und zu in kleinen Mengen zum Festland verschifft
wird. Jedoch unterliegen diese Holzbestände einer strengen Kontrolle des
Staats- Orden vom Goldenen Adler, da das Holz zumeist in militärischen
Belangen und für die heimischen Minen Verwendung findet.
Die Käsehöhlen von Putras, Kutaki und Mylamas stellen den Mylamazza
her, ein Schafskäse der unter vielen Aventuriern als einer der besten Käsesorten
gilt. Dieser Käse ist von bläulichgrüner Äderchen durchzogen
und merkwürdig verfärbt. Trotz oder Dank des Schimmels ist er wohlschmeckend
und würzig. Die Schäfer und Käsemacher der benannten Inseln,
die im Landesinneren leben, sind oftmals wohlhabender wie die Fischer an den
Küsten. Wenn man feiern will so sollte man zu einem dieser berauschenden
Festen kommen, die abgehalten werden wenn der Käse erst mal reif ist.
Aus den Weintraubenhängen der Hylailer Hügel und der Berge von Pailos
stammt der trübe und spritzige Hylailer Seemost. In diesen Mostereien
wird der Seemost nach alter Tradition entstehen und in Fässer abgefüllt,
die für den Verkauf bestimmt sind, oder in Amphoren, die für den den
heimischen Gebrauch bestimmt sind. Feiern das können die Zyklopäer.
Bei den zahlreichen Mostfesten fließt der Wein und Seemost in Strömen.
Der Most wird in riesigen Bottichen von den Bewohnern der Bergdörfer auf
Pailos und Hylailos zerstampft, ein wahre Attraktion für den Reisenden.
Die Zyklopensee selbst bietet Nahrung in Hülle und fülle - von Fischen
über Hummer, bis hin zu Purpurschnecken. Die meisten Bewohner der Insel
verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Fischerei, da sie an den Küsten
wohnen. Das Leben eines Fischers ist karg und mühselig. Die windschiefen
zugigen Hütten und die morschen Fischboote, bei denen die Segel oftmals
geflickt sind, beweisen das nur zur Genüge. In vielen Fällen teilen
sich mehrere Familien, oder gar das ganze Dorf, eines dieser Boote. Nur selten
kommt führt der Fischfang zu Wohlstand. Die Kutter werden so lange genutzt,
bis eine Neuanschaffung unumgänglich ist. Diese Schiffe sind gerade einmal
tauglich für die hohe See um einen lohnenden Fischzug nach Hause zu bringen.
Der größte Teil der Fischgründe wird von eigens gezimmerten
Booten eingeholt, die nicht einmal auf den großen Schiffen als Beiboot
Verwendung finden.
Zwei speziell zyklopeanische Gewerbe sind die des Schwammtauchers und
des Purpurschneckensammlers. Die Schwämme die in den skurrilsten Formen
in gelb, lila, rot oder blau auf felsigem Untergrund, wie Unterwasserriffs und
Klippen wachsen, kann man nur sammlen wenn man ein sehr guter Taucher und Schwimmer
ist. Die Schwammtaucher gelten als die besten Schwimmer Aventuriens, und sie
kennen die Inseln auch unter Wasser. Sie wissen um die vorgelagerten messerscharfen
Riffs und die trügerisch friedlichen Schlinsandgruben. Viele Schiffe verdanken
ihrer Unversehrtheit diesen Schwimmern, denen man wie ein Wunder Efferds, irgendwo
weitab des Landes begegnet ist, um auf ein verborgenes Riff aufmerksam zu machen.
Wenn bei Ebbe das an die Strände gespülte Meergetier freiliegt, gehen
die Purpurschneckensammler hinaus, um mit ihren Körben einiger dieser
Tiere aufzusammeln. Wenn man die unzugänglichen Prielen und Tümpel
der Felsen und Klippen absucht, ist das einträglicher, auch wenn man dort
Gefahr läuft ein Zeh zu verlieren durch einen empörten Krebs. Beide
Methoden sind jedoch zeitaufwendig, so das eine Ausbeute von knapp ein Dutzend
Schnecken pro Tag ein guter Durchschnitt ist. Es dient zumal für einen
Nebenerwerb einer Familie, so das diese Arbeit gern von den Kindern der Dörfler
ausgeführt wird. Auf Baltrea haben es sich die Küstenfischer einfacher
gemacht und haben in Küstennähe einige Meerwasserteiche angelegt,
in den man die Purpurschnecken gesetzt hat. Somit betreibt man in aller Gemütlichkeit
eine Purpurschneckenzucht, die ein festes Zubrot sichert.
Dort wo es an guten Häfen fehlt, bleibt man doch im Gewerbe der Hirten
und Bauern. Nur wenige Rinder und Ziegen trifft man hier, zumal
die Schafherden in enorm großen Mengen hier auftreten. Überall
im Hinterland findet man diese Herden, bei denen man die Gewinnung wertvoller
Wolle als einen Hauptnutzen sieht. Auch das geselchte Hammelfleisch
ist ein recht einträgliches Ausfuhrprodukt. Ein Fremder wird oftmals übberrascht
sein, welche daheim billigen Güter hier fast unerschwingliche Importwaren
sind, und welche als exotische Rarität bekannten Waren hier direkt auf
dem Markt verhökert werden.
Handel und Gefahren
Der Seekönig ist sich dessen bewußt,
daß Rethis ein sehr wichtiger
Durchgangshafen von Nord nach Süd und umgekehrt ist. Denn wenn ein Schiff
an der Westküste entlang fährt verliert es mindestens einen Tag, und
somit bevorzugen viele Handelskapitäne den direkten Weg zwischen den Zyklopeninseln
hindurch. Stark befahren sind daher die Meerenge bei Garèn und die Gewässer
westlich von Hylailos. Der Seekönig und Rethis profitieren von den hohen
Hafengebühren und den Handelszöllen. Auch verdient er an der Vermietung
der Hylailer Seesöldner an ungeschützte
Handelsschiffe. Die Heuer der Beschützer ist sehr hoch, jedoch erscheint
es vielen Kapitänen rentabler als das Risiko, die gesamte Ladung an den
zahlreichen Piraten zu verlieren.
Von Norden her kreuzen schließlich räuberische Thorwaler den Weg
der Handelsschiffe, während vom Süden her mengbillanische und im Zentrum
des Inselreiches heimische Piraten ihr Unwesen treiben. Alle Versuche die Piraterie
ein für allemale zu zerschmettern scheiterten vergeblich. Die zahllosen
Grotten, Höhlen und andere Verstecke bieten einfach zu viel Schutz für
die Verbrecher. Diese Seeräuber, die auf dem schmalen Grat zwischen Galgen
und Reichtum wandeln, scheinen oftmals zu wissen, wann und wo lohnende Waren
transportiert werden. Zumeist haben es die Piraten auf die kleinen Ladungen
von Purpur und Phraischafwolle abgesehen. Die Überfälle die sich gegen
das Land richten, gehen immer auf die kleinen unbefestigten Dörfer. Die
mengbiller Galeeren die vorangig im Konvoi fahren, oder die gut bewachten, größeren
Handelsschiffe des Horasreiches, bleiben daher verschont. Nur die größten
der Piratenbanden sehen eine Ladung mit Silber oder Gold als lohnendes Ziel.
Die großen Zyklopen- Regatten
Was hier auch noch Erwähnung finden sollte, sind die
beiden Wettstreite der Zyklopen- Regatten, zu denen zahlreiche Teilnehmer und
noch viel mehr Zuschauer jedesmal erscheinen. Denn hier treffen von ganz Dere
die verschiedensten Kapitäne mit ihren Mannschaften ein, um daran teilzunehmen.
Wann immer in den Wochen vor den Wettstreiten ein neuer Wettkämpfer eintrifft,
wird lautstark und angestrengt über die Chancen der Neuankömmlinge
diskutiert. Wie ist der Rumpfschnitt, wie die Takelage und der Tiefgang, hat
die Mannschaft das zeug dazu, usw. . Im großen und ganzen wird alles kritisch
beäugt. Überall werden Wetten über den Ausgang des Rennens abgeschlossen,
und sobald es Zeit wird, daß das Rennen startet, findet sich eine große
Menschenmasse am Hafen zusammen, um die Segler zu beobachten.
Die traditionsreiche Regatte der Sieben Winde ist die bekannteste der
beiden, welche von Teremon nach Rethis führt. Über 150 Seemeilen erstreckt
sich dieses Wettsegeln, welches von den Efferdgeweihten zu Rethis eröffnet
wird. Sie sind es auch die die heißbegehrte Delphinstatue aus Silber und
Gold stiften. Und wenn die weißen Häuser von Rethis am Horizont zu
sehen sind, gibt es immer wieder den Ansporn dazu, sich noch mehr ins Zeug zu
legen. Der frische Wind treibt die ersten Schiffe meistens gegen Abend in den
festlich geschmückten Hafen von Rethis. Gleichzeitig beginnt nun ein großes
Fest auf allen öffentlichen Plätzen der Stadt. Diese Regatta findet
jedes Jahr am letzten Windstag im Peraine statt.
Die Regatta der Wagemutigen findet alle vier Jahre zum Beginn des Boronmondes
statt. Diese Regatta ist überall berüchtigt. Während die Regatte
der Sieben Winde ein eher erholsamer Wettstreit ist, ist die Regatta der Wagemutige
ein eher gefährliches Unterfangen. Denn nicht Eleganz und Geschick sind
hier gefragt, sondern List und Draufgängertum stehen im Vordergrund. Denn
der Weg führt eng vorbei an Klippen und Strudeln, und es ist zu bezweifeln,
daß so manches Schiff den Zielhafen wieder sicher erreicht.
Warum ich ausgerechnet diese Regatten hier erwähne liegt wohl daran, daß
es den Städten der Zyklopeninseln einen sehr lohnden Betrag einbringt.
Zumal zu diesen Zeiten sehr viel Besucher sich hier befinden, und der heimische
Zyklopäer oder nichtheimische sein Vermögen aufbessern kann durch
die Wetten.