Die Geschichte der Zyklopensee

Die Urzeit
Die Seekriegerzeit
Die menschliche Besiedlung
Der Bund v. Land u. Meer
Ein neues Königreich
Odenius der Tüftler
Die Boronherrschaft
Unter Garether Banner
Die neue Horasmacht

 

Die Urzeit

Die Ureinwohner des Archipels, die Zyklopen, haben keine eigene Geschichtsschreibung, und ein Gespräch mit ihnen zu führen, ist aus verschiedenen Gründen schwierig, und auch die Feenwesen, die man bisweilen antrifft, können keine Auskunft geben (ja, sie verfügen oftmals nicht einmal über ein Zeitverständnis), so daß wir auf jene Überlieferungen angewiesen sind, die längstens bis zur Ankunft der ersten Güldenländer zurückreichen.
Diese Auskünfte könnt ihr bei den Geheimnissen der Zyklopeninseln nachlesen.

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Die menschliche Besiedlung

Die ersten Inseln des Archipels, namentlich Arkis und Tenos, wurden schon unter der Führung Belen- Horas durch güldenländischeFischer besiedelt. Als auch die anderen Inseln besiedelt werden sollten, zerbarsten viele Schiffe der unter dem Steinhagel der Zyklopen. Die ersten blutigen Feldzüge gegen die Einaugen fanden ein jähes Ende, als der Amran Kutaki auf Kutaki ausbrach, und die Flotte bis auf ein einziges Schiff im Feuerregen zugrundeging. Danach gehörten die Küsten zwar den Menschen, doch lange Zeit waren die Inseln nichts anderes als Schlaf- und Trockenplätze der Fischer vom Festland, die die reichen Fanggründe der Zyklopensee befuhren.

Die Gründung von Rethis im Jahre 636 Horas stand ganz unter dem Gedanken, den Schiffen auf dem Weg von Kuslik nach Mengbilla einen sicheren Zwischenhafen zu geben, damit sie den kürzeren Weg durch die Zyklopensee nehmen können. Erst um das Jahr 650 Horas wurden die Inseln im Auftrag der neuen Lehnsherrin Aldara von Kuslik erforscht und kartographiert. Das einzige erhaltene Kartenstück zeigt nur die Küstenlinie von Phrygaios, während das Innere der Insel von den phantasievollsten Seeungeheuern geschmückt ist. Wichtig für die Zeit der Besiedlung fällt auch das Ereigniss, als um 655 der Greif Garafan dem ersten Friedenskaiser Seneb- Horas II. auf Baltrea erschien. Hier wurde dann auch das sagenumwobene Praios- Orakel gegründet. Als im Jahre 665 unter der Herrschaft Horadan von Rethis, Aldares Sohn, und seiner Kinder, die Besiedlung der Inseln fortschritt, erlangte das Archipel seine Eigenständigkeit.
Das Ende des Wohlstands wurde um 739 Horas durch Rohafan dem Einäugigen eingeläutet. Er ließ alle Praiosgeweihten und dessen Gläubige verbrennen und ertränken. Das war das erste mal in der Geschicht der Praioskirche, daß sie im Heimlichen agierte. Dies muß wohl der erste Versuch der Dienerschaft des Rattenkindes gewesen sein, die hier auf den Inseln die Macht ergreifen wollten. Die Machtpolitik wurde vom nahegelegenen Festland geführt, während man das Archipel nur als Strafkolonien benutzte. In diesen Jahren fand man auch die reichen Erzvorkommen. Um 900 zettelte ein Mann Namens Pelmides von Rethis einen Aufstand gegen die modern gewordene Sklaverei an, welche vom damaligen Kaiser Fran- Horas mit erbitterter Härte und gnadenlos zurückgeschlagen wurde.

Ein neues Königreich

Als um 930 Horas der Kaiser Fran- Horas spurlos verschwand, zog es die Ziehtochter Menkirdes von Kuslik vor, sich mit dem Volk von Bauern, Fischern, Seefahrern, Kaufleuten und Adliger, versteckt mit auf die Inseln zu fliehen, um von dort aus ihr Herrscheramt fernab des bosparanischen Festlandes auszuüben.
 
Innerhalb kürzester Zeit verdoppelten sich die Einwohnerzahlen von Palakar, Teremon und Rethis. Immer mehr prunkvollerer Paläste, Villen und Pallazzos stiegen aus dem Erdboden empor. Das Gemeine Volk mußte immer härter arbeiten, die Sklaverei wurde erbittert gezüchtet. Als im Jahre 950 der Luxus erblühte und die Insel Pailos sich der Herrschaft Rethis' entziehen wollte, warf Menkirdes die Aufständischen in vielen Seegefechten nieder, und nahm den Titel einer Thalassokratin (Seeherrscherin) an. Ihr Anspruch "Pailos ist mein, als wäre es ein zweites Hylailos" ist zum geflügelten Wort für die Einheit des Archipels geworden, und wirkt auch heute noch im Staatsnamen fort.

Die Boronherrschaft

Als um 997 Horas der Boronpriester Nemekath auf die Zyklopeninseln verbannt wurde, nach einem gescheiterten Umsturzversuch, kam es ihm gerade Recht. Hier im Archipel fand er bald schon neue und alte Anhänger. Denn hier konnte der Kaiser des alten Bosparans nur wenig gegen den Einfluß von Menkirdes Nachfolger Zesrad ausrichten.
 
Nemekath ernannte Palakar zum Mittelpunkt eines Reiches, welches in der Manier, nur noch mit dem heutigen Al'Anfa verglichen werden kann. Der alte Thalassokrat Zesrad sympathisierte eher mit dem blutigen Kult, als daß er etwas dagegen unternehmen würde. Ihm folgten schon bald weitere schwache Könige, die eher im Schatten Palakars repräsentierten anstatt zu regieren, und gaben sich lieber den Dunst der Rauschkrautorgien in. Erst als im Jahre 1107 der Amran Nemoras ausbrach und Palakar vernichtete, fand das Elend sein Ende. Viele der damaligen Oberschicht wurden dahingerafft.

Die Seekriegerzeit

Als um 1110 Horas auch der letzte Adel viel, unterwarfen Thorwaler Piraten eine Insel nach der anderen. Kaum mußten blutige Kämpfe geführt werden, da allein das Drohen die Zyklopäer eingeschüchtert hatte. Die einzigste gewaltige Gegenwehr hatten die Thorwaler bei Rethis. Viele Jahrhunderte lang hielten die Piraten die zahlenmäßig vielfach überlegenen Bewohner fügsam. Nach dieser Schlacht ernannte sich der Kapitän zum 'See- Kuning', einem Titel, der dem heutigen Monarch noch immer geblieben ist. Während der Zeit entstand keine richtige Dynastie, sondern eine Regierung die sich mehrnoch von der Abfolge von Adoptivkönigen entwickelte.
 
So geschah es das der Seekönig Mironos von Rethis nur noch im entferntesten Vorfahren 'echter' Thorwaler hat. Er ging in die Geschichte als einer der fähigsten Seestrategen ein, während der 'Dunklen Jahre'. Denn er eroberte die Festlande am Chabab, wo er in Neetha das alte 'Seekönigliche Schloß' errichten ließ. Dies führte zu einem erstaunlichen Machtfaktor auf den Inseln, so das der bosparanische Kaiser, ihm nur noch besondere Privilegien verleihen konnte, ohne gestürzt zu werden. Mironos trug fortan die Würde eines 'Großadmirals des Westlichen Ozeans'. Als im Jahre 1290 Horas Mengbillaner Piraten angriffen starb er, und die Privilegien fielen in die Hand der südlichen Stadtstaaten. Durch diese Besatzer fremdländischer Herkunft wurde ein neuer Adel geboren, von welchem nur noch die Tradition des Hylailer Seesöldnertums daran erinnert.

Der Bund von Land und Meer

Wir schreiben das Jahr 1374 Horas als eine schwere Seuche das Archipel heimgesucht hat. Der damalige Seekönig Merymakos I. bat eine jener weisen Frauen um Rat, die schon immer auf Phenos lebten. Auch in heutiger Zeit soll es noch diese weise Frauen geben. Auf jedenfall sandte diese den 'See- Kuning' zu einer Dryade des Zauberwaldes. Da Merymakos I. alleine in den Wald reiste, wurden die Gespräche mit diesem Geschöpf niemals überliefert. Doch weiß man das er von ihr eine einzelne Wurzel erhielt, deren Absud, für das ganze erkranke Volk ausreichte. Irgendwann kehrte König Merymakos I. mit seinem ältesten Sohn Týindareôs zurück in den Dryadenwald auf Phenos.
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Er selbst jedoch lebte bis zum Ende seiner Tage in einer einfachen Hütte am Waldrand. Sein Sohn hingegen brachte, als Zeichen seiner Königswürde, eine aus Pinienzweigen geflochtene Krone nach Rethis mit. Von diesem Tage an sandte der Seekönig seinen jeweils ältesten Sohn nach Phenos, um das alte Ritual der Königswürde weiterzutragen bis in die heutigen Tage. In Rethis werden die Pinienzweige gegen die Delphinenkrone eingetauscht, welche das Haupt des Herrschers zieren sollte. Die Zweige dagegen wurden feierlich am Tag der Krönung entflochten und im 'Hain der Könige' eingepflanzt. Erst danach gilt der 'Bund von Land und Meer' als vollkommen geschlossen. Von diesem Augenblick an gab es immer einen männlichen Thronfolger.

Odenius der Tüftler

Zwischen den Jahren 1422 und 1498 Horas, gab es auf den Inseln einen Monarchen, der mehr Interesse der Mechanik als der Politik widmete. Unter seiner Führung entstanden zahlreiche Wunderwerke, um deren Existenz heute, kaum noch Jemand das Wissen trägt.
 
Auf der Suche nach dem 'perpetuum mobile',endlos arbeitende Maschine - der mechanische Mensch, entwarf er so manche Apparatur, die auch heute noch, unter Kennern bekannt ist und sehr hochgeschätzt wird. Auch unter bekannten Mechanicusen werden diese Geräteschaften bewundert. Obwohl er seinen Untertanen nur wenig Zeit schenkte, war er ihnen doch ein guter Regent. Vor allem während der 'schweren Zeiten', als das Horasreich und das Kaiserreich Garetien um die Macht der Inseln stritten, gelang es Odenius das Archipel neutral zu halten.

Unter Garether Banner

Um 1500 Horas (8 Bosparans Fall), acht Jahre nach dem Falle Bosparans, unter der Führung der schönen Kaiserin Hela Horas, schloß Merymakon II. verschiedene Verträge mit dem neuen garethischen Kaiserreich, um der drohenden Entthronung zu entgehen. Er unterwarf sich den Forderungen der Garether. Das Archipel diente daraufhin als Verbannungsort vieler Adliger von Bosparan und als Flottenstützpunt des Neuen Reiches. Die List der erfahrenen Intriganten konnte dennoch nicht gestoppt werden. Auch ihnen gelang es in den folgenden Jahren immer bessere Lebensbedingungen zu erschleichen. Als der Handel mit Weizen und anderen Nahrungsmitteln aus dem verwüsteten Alten Reich zum erliegen kam, begannen die schlechten Zeiten. Der Kusliker Amtmann oder die frühere Zofe der Kaiserin führten oftmalls ein besseres Leben als die alteingesessenen Schäfer und Fischer.
Viele Zyklopäer wurden von den Altreichen verdrängt oder flüchteten vor der drohenden Hungersnot in die Städte des südlichen Aventurien. Die 'freiwillige' Unterordnung sollte sich schon bald als segensreich erweisen. Denn während der Regierung der Klugen Kaiser wurden die Zyklopeninseln als ganz normaler Teil Garetiens geführt. In den darauffolgenden Jahrhunderten entwickelte sich das Archipel friedlich. Der Handel mit Purpur und Zyklopenwaffen boomte auch im Mittelreich. Viele Jahre dauerte es bis die Kusliker Erzherzöge den Handel mit den Inseln wieder aufnehmen konnten. Von der Tyrannenherrschaft um 1841 bis 1957 Horas blieben auch die Inseln allemal verschont. Denn sie hatten einen eigenen Erleuchteten der dem Wahrer der Ordnung zu Havena unterstellt war.
Dieser Praiospriester war zumeist ein Einheimischer des Archipels. Er war ein gewöhnlicher Monarch, wie es die anderen vor und nach seiner Zeit waren und sein werden. Selbst nach dem Frieden von Kuslik um 2244 Horas (241 v.Hal) blieben die Seekönige kaisertreu. Besonders schwer wurden die Inseln durch die Seeblockade gegen das Liebliche Feld getroffen. Doch irgenwie haben es die Zyklopäer geschafft ihr Heil im Handel mit Drôl oder Mengbilla zu suchen. Niemand kann sagen wieviel junge Mädchen und Burschen aus dem tobrischen oder nordmärkischen Reichen zu Recht auf die Inseln verbannt wurden. Zu Hauf fanden sie sich eines Tagen auf den schwarzen Galeeren wieder. Während der kaiserlosen Zeit gab es einen Seekönig der einen Pakt mit Königin Amene II. von Vinsalt wünschte, um nicht in den drohenden Krieg der Thronfolge zu rutschen. Doch schaffte er es nicht. Noch bevor er diesen wunsch äußern konnte verschwand Palamydas auf einem Jagdausflug spurlos. Sein entfernter Vetter und Nachfolger Merymakon IV. tat gut daran die Garether nicht zu verärgern, wie der Aufstieg Kaiser Perval in Gareth zeigen soll.

Die neue Horasmacht

Als um 2502 Horas die Nachricht vom Verschwinden Kaiser Hals seine Runden machte, kündigte Mermydion II. dem Neuen Reich die Lehensgefolgschaft, und schloß ein Bündis mit dem nahegelegenen Festland, dem wiedererstandenen Horasreich. Die Schiffe des Neuen Reiches wurden beschlagnahmt und die mittelreichischen Gesandte des Landes verwiesen. Jeder Zyklopäer verweigerte den Truppen Garetiens die Unterstützung, so das sich das Neue Reich gezwungener Weise ergab. Nur wenigen Schiffen des Mittelreichs gelang die Flucht nach Harben. Der Reichsadmiral des Horasreiches, Gilmont Quent, nahm die Reste der Garether Truppen gefangen. Mit ihnen setzte er die ehemals Verbannten an der Küste der Windhagberge ab. Als kein halbes Jahr später Mermydion II. einem Jagdunfall zum Opfer viel, kam der Vertrag von A'Layis Hiphon schneller als erwartet zum Tragen.
 
Da man Amene III. Firdayon die Schutzherrschaft des Archipels zuschrieb, und das Volk von auswärtiger Bedrohung geschützt sein wollte, nahm sie den Titel der Königin beider Hylailos an. Der Sohn Mermydions, Prinz Haridiyon Thaliyin, wurde zur Erziehung nach Methumis gesandt. Urras von Hohensteyn- Korden wurde als Hofmeister Amenes die Herrschaft der Inseln zugesprochen. Er war ein eitler und selbstgerechter Mann, der mit Erfolg diese Aufgabe meisterte. Jeder übriggebliebene Sympathisant wurde mit Bravur eingeschüchtert oder vertrieben. Die Entwicklung des Archipels zu einer besseren Kolonie schien unabwendbar, doch als der alte Seekönig Palamydas zurückkehrte kam alles anders. Nach mehreren Jahrzehnten verließ er unverletzt den Feenwald auf Phenos. Er schien kein Jahr gealtert zu sein. Amene III. Firdayon erkannte ihn als neuen Seekönig an, schon alleine deswegen um einen Aufstand der Zyklopäer zu vermeiden. Auch sah sie ihn als einen Vasallen des Neuen Bosparanischen Reiches an. Seitdem ruht ihre Königswürde, und nur die Götter wissen auf welchen Kurs der alte und der neue Seekönig sein Volk führen wird.